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Beziehungen neu erleben

Psychologische Beratung bei Bindungsangst und Verlustangst

Sie spüren es ganz deutlich: Da ist eine Person, die Ihnen wichtig ist. Plötzlich macht sich etwas in Ihnen ganz klein, zieht sich zurück oder kühlt ab. Anstatt die Nähe eines Menschen voll und ganz genießen zu können, fühlen Sie sich innerlich angespannt, werden unsicher oder distanzieren sich.

Bindungsangst und Verlustangst sind zwei Seiten derselben Sehnsucht nach Nähe. Man sehnt sich tief nach Verbindung und scheitert genau daran. Bindungs- und Verlustangst zeigt sich als Ambivalenz zwischen dem Drang, jemandem nah zu sein, und der gleichzeitigen Angst vor den Konsequenzen dieser Nähe. Dieses Erleben gründet auf Erfahrungen und genau deshalb lässt es sich verändern.

In meiner Praxis in Wien begleite ich Menschen, die in Beziehungen immer wieder an die - vermeintlich - selben Grenzen stoßen. Gemeinsam schauen wir hin, ohne zu urteilen und schaffen Schritt für Schritt mehr Raum für das, was Sie sich wünschen.

Was steckt hinter Bindungsangst und Verlustangst?

Bindungsangst ist eine Schutzreaktion. Sie entsteht aus frühen Erfahrungen, die uns gelehrt haben, dass Nähe vereinnahmend sein kann, weh tun kann, dass man sich verliert, wenn man sich zu sehr öffnet, oder zur Last wird, wenn man zu viel braucht.

Menschen mit Bindungsangst sehnen sich oft genauso stark nach einer tiefen Beziehung wie sicher gebundene Personen. Doch sobald es zu wirklicher Intimität kommt, löst sie bei bindungsängstlichen Personen innere Alarme aus. Der darauf folgende Rückzug hat oft wenig mit dem Verhalten der Beziehungsperson zu tun, sondern mit den inneren Konflikten und Unsicherheiten der bindungsängstlichen Person. 

Verlustangst funktioniert umgekehrt: Hier ist nicht die Nähe das Problem, sondern der Gedanke, sie zu verlieren. Dies kann zu Klammern, Überprüfen und Kontrollieren führen, in der Suche nach Bestätigung, dass man noch sicher ist.

Bindungs- und Verlustängste wurzeln in frühen Beziehungserfahrungen, die Unsicherheit hinterlassen haben. Sie haben eine Funktion - nämlich Sie vor Einsamkeit und Verlust zu schützen. Als erwachsene Person können Sie lernen, mit Ihren Ängsten umzugehen. Sie sind ihnen nicht hilflos ausgeliefert - auch wenn es manchmal so scheint.

Wie äußert sich Bindungsangst?

  • Angst vor echter Nähe und emotionaler Intimität

  • Rückzug oder Distanzierung, sobald eine Beziehung tiefer wird

  • Unbewusstes oder bewusstes Sabotieren von Beziehungen

  • Gleichzeitige Angst vor und starker Wunsch nach Nähe (Ambivalenz)

  • Körperliche Reaktionen wie Unruhe, Enge in der Brust oder Herzrasen bei zu viel Nähe

  • Schwierigkeiten, sich emotional auf jemanden einzulassen

Wie äußert sich Verlustangst?

  • Klammern, Eifersucht, Kontrollverhalten

  • Ständige Sorge, verlassen oder zurückgewiesen zu werden

  • Starke emotionale Abhängigkeit von der Beziehungsperson

  • Schwierigkeiten, Zeit allein zu verbringen oder sich selbst zu genügen

  • Überanpassung aus Angst vor Konflikten oder Ablehnung

  • Intensive Reaktionen auf kleinste Zeichen von Distanz

Woher kommt Bindungs- und Verlustangst?

Der Psychologe John Bowlby hat in seiner Bindungstheorie beschrieben, was viele aus dem Erleben kennen: Menschen sind von Geburt an darauf ausgerichtet, Bindungen einzugehen. Diese frühen Bindungen - vor allem zu den primären Bezugspersonen - formen unser Inneres wie ein Grundriss, nach dem wir später Beziehungen gestalten.


Wenn diese ersten Erfahrungen von Unsicherheit, Unberechenbarkeit oder Verlust geprägt waren, entwickeln sich Schutzstrategien. Manche lernen, dass Rückzug schützt. Andere lernen, dass sie alles tun müssen, damit die Beziehungsperson bleibt. Wieder andere erleben beides gleichzeitig und wissen nicht, was sie wollen sollen.


Traumatische Erlebnisse wie schwere Verluste, Trennungen von wichtigen Bezugspersonen oder emotionale Vernachlässigung verstärken das Angst-Erleben. Das ist aber kein Schicksal: Es kann durch neue Erfahrungen verändert und reguliert werden.

Bindungstypen im Überblick

Die Bindungsforschung unterscheidet drei unsichere Bindungstypen, die sich bis ins Erwachsenenleben auswirken können:

  • Ängstlich-ambivalent: Starke Sehnsucht nach Nähe, verbunden mit der Angst, verlassen zu werden. Typisch für Menschen mit Verlustangst.

  • Vermeidend-distanziert: Nähe wird als Bedrohung erlebt, emotionaler Rückzug dient als Schutzstrategie. Typisch für Menschen mit Bindungsangst.

  • Desorganisiert: Eine Mischung aus beidem, häufig nach belastenden oder traumatischen Bindungserfahrungen. Beziehungen fühlen sich gleichzeitig lockend und beängstigend an.

Hinweis: Diese Einteilung dient dem Verstehen, nicht der Diagnose. Menschen und Beziehungen sind komplexer als Kategorien. Bindungs- und Verlustängste müssen auch nicht unbedingt beseitigt werden - man kann lernen, mit ihnen zu leben.

Wie wirken sich Bindungs- und Verlustangst auf Beziehungen aus?

Bindungs- und Verlustängste können in Beziehungen ein schwieriges Zusammenspiel erzeugen. Wer Nähe fürchtet, zieht sich zurück, sobald die andere Person zu nah kommt. Wer Verlust fürchtet, fordert genau dann mehr Nähe ein. Ein Kreislauf entsteht, den beide oft nicht durchschauen und aus dem sie alleine kaum herausfinden.


Diese Dynamiken beschränken sich nicht nur auf romantische Beziehungen. Auch Freundschaften, familiäre Bindungen und berufliche Beziehungen können davon geprägt sein. Die Schwierigkeit, Vertrauen zu schenken, die Angst, zu viel zu brauchen oder zu wenig zu bekommen, das Gefühl, sich verstellen zu müssen, um dazuzugehören.


Was bleibt, ist oft ein tiefer Leidensdruck: Einsamkeit trotz vorhandener Beziehungen. Das Gefühl, sich selbst im Weg zu stehen. Beziehungen, die sich nicht so anfühlen, wie man sich das wünscht, obwohl man sich so sehr darum bemüht. Das ist keine Schwäche. Das ist die Erschöpfung, die entsteht, wenn man lange gegen sich selbst kämpft.

Wann ist psychologische Beratung sinnvoll?

Es gibt kein Richtig oder Falsch beim Entschluss, Unterstützung zu suchen. Aber manche Zeichen sprechen dafür, dass professionelle Begleitung helfen kann:

  • Wiederkehrendes belastendes Beziehungserleben, das sich trotz Bewusstsein nicht verändern lässt

  • Emotionale Reaktionen, die sich unverhältnismäßig stark anfühlen und Beziehungen belasten

  • Anhaltende Einsamkeit oder das Gefühl, sich in der aktuellen Beziehung nie wirklich sicher zu fühlen

  • Starker Leidensdruck in der aktuellen Beziehung: Vielleicht ist das Problem gar nicht Bindungsangst, sondern etwas anderes?

  • Das Gefühl, sich im Kreis zu drehen - scheinbar immer wieder dieselben Themen, dieselben Konflikte, dasselbe Ende?

Psychologische Beratung zu beginnen ist ein Akt der Selbstfürsorge. Es ist mutig, hinzuschauen, sich verstehen zu wollen und den ersten Schritt in Richtung Veränderung zu machen. Wenn Sie in Beziehungen immer wieder an die - vermeintlich - selben Grenzen stoßen, lade ich Sie ein, diesen Schritt zu tun.

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Mein Ansatz: Personenzentrierte Beratung bei Bindungs- und Verlustangst

Meine Haltung basiert auf dem personzentrierten Ansatz von Carl Rogers. Dieser Ansatz rückt die Person und ihr individuelles Erleben radikal in den Mittelpunkt. Im Personzentrierten Ansatz gibt es keine Rezepte, um zu Lösungen zu gelangen. Es gibt nur unterschiedliche Menschen, die in bestimmten Situationen ihre eigenen, passenden Lösungen finden. 


Rogers ging davon aus, dass jeder Mensch über die Kapazität verfügt, sich zu entwickeln und ein erfülltes Leben zu führen. Manchmal stehen wir uns in diesem Prozess aber selbst im Weg. Genau hier setzt personzentrierte Beratung an: Wir explorieren, was Sie genau daran hindert, stabilere und zufriedenere Beziehungen erleben können, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

 

Veränderung entsteht nicht, weil Ihnen jemand Ratschläge gibt. Veränderung beginnt, wenn Sie bereit dazu sind, selbst zu entscheiden, welchem Rat Sie folgen möchten. Carl Rogers hat das so formuliert: „Das merkwürdige Paradoxon ist, dass ich mich erst dann verändern kann, wenn ich mich selbst akzeptiere, wie ich bin."

Raum für Ihre Geschichte: Was in der Beratung möglich werden kann

In unseren Sitzungen begegne ich Ihnen mit bedingungsloser Wertschätzung, Empathie und Echtheit, so gut es mir möglich ist. Gemeinsam erkunden wir, was in Ihnen vorgeht: Was löst Angst aus? In welchen Situationen geraten Sie wodurch an Ihre Grenzen? Was brauchen Sie und was wünschen Sie sich? Ziele und Methoden passen sich an Sie an, nicht umgekehrt.

  • Eigene Gefühle und Bedürfnisse klarer wahrnehmen und benennen lernen

  • Belastendes Beziehungserleben verstehen und einordnen

  • Selbstakzeptanz und Vertrauen in sich selbst entwickeln

  • Beziehungen bewusster und authentischer gestalten

  • Ambivalenzen, die sich aus Nähe und Distanz ergeben, besser aushalten

Woman in Therapy

Kostenfreies Erstgespräch

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Bereit für Veränderung?

Es braucht Mut, sich Hilfe zu holen. Und gleichzeitig ist es oft der erleichterndste Moment, zu merken, dass man nicht mehr alleine mit dem kämpfen muss, was einen schon so lange begleitet. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie an Ihre Grenzen gestoßen sind, lade ich Sie ein, den ersten Schritt zu machen.


Schreiben Sie mir eine Nachricht, rufen Sie mich an oder füllen Sie das Kontaktformular aus. Das kostenlose Erstgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit, mich und meine Arbeitsweise kennenzulernen - ohne Verpflichtung und ohne Druck.

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Häufige Fragen zu Bindungs- und Verlustangst

Kann man Bindungsangst überwinden?

Ja. Bindungsangst ist kein unveränderlicher Charakterzug. Es ist lediglich ein Teil Ihres Selbstkonzepts. Mit professioneller Begleitung ist es möglich, die Wurzeln dieser Angst zu verstehen und neue, sicherere Beziehungserfahrungen zu machen. Das braucht Zeit und den Mut, hinzuschauen - aber es verändert sich.

Was ist der Unterschied zwischen Bindungsangst und Verlustangst?

Beide haben denselben Ursprung, zeigen sich aber gegensätzlich: Bei Bindungsangst ist es die Nähe selbst, die als bedrohlich erlebt wird - der Impuls ist Rückzug und Distanz. Bei Verlustangst ist es der Gedanke, die Nähe zu verlieren - der Impuls ist Klammern und Kontrollieren. Manche Menschen erleben auch eine Mischung aus beidem.

Wie lange dauert eine Beratung bei Bindungsangst?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Die Dauer hängt von vielen individuellen Faktoren ab: wie stark ist die Angst in Ihrem Selbstkonzept verankert? Welche Ziele haben Sie?  Wie schnell fühlen Sie sich in unseren Gesprächen sicher? Erste Veränderungen können bereits nach einigen Stunden eintreten, für tiefer gehende Transformation braucht es sicher mehr Zeit. Im Vordergrund steht nicht die Geschwindigkeit, sondern dass die Veränderung nachhaltig ist.

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