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Was ist Burnout? Ursachen, Symptome und Phasen

  • Autorenbild: Andrea Kolmitzer
    Andrea Kolmitzer
  • vor 15 Stunden
  • 10 Min. Lesezeit


Es gibt diesen Moment am Sonntagabend, in dem sich etwas zusammenzieht. Die Woche liegt noch vor Ihnen, und Sie merken: Die Kraft, die Sie dafür bräuchten, ist nicht da. Nicht heute, und auch nicht nach dem letzten Urlaub, von dem Sie erholt zurückkommen wollten und irgendwie nicht erholt zurückgekommen sind.


Ist das schon ein Anzeichen für Burnout? Oder gehört das zu einem normalen Arbeitsleben? Burnout ist als Begriff übermäßig präsent - im klinischen wie im medialen Diskurs als auch in der Alltagssprache. Und trotzdem bleibt es seltsam unklar, was Burnout ist und ob es tatsächlich der richtige Begriff ist für das, was Sie erleben.


Diese Unklarheit ist kein Zufall. Burnout ist einer der meistverwendeten und zugleich unschärfsten Begriffe im Feld der psychischen Gesundheit - unschärfer, als die meisten Ratgeber zugeben. Dieser Beitrag soll zur Klärung beitragen, was hinter dem Begriff steckt: welche Ursachen eine Rolle spielen, woran sich Erschöpfung zeigt, wie sie sich entwickelt. Und er soll eine mögliche Antwort auf die Frage geben, die viele Menschen beschäftigt: Wo hört Burnout auf, und wo beginnt eine Depression?


Inhalt:


Was ist Burnout? Definition und Einordnung

Kurz erklärt: Burnout bezeichnet einen Zustand anhaltender Erschöpfung, der aus chronischem beruflichem Stress entsteht, der nicht bewältigt werden konnte. Es ist nach der Einordnung der Weltgesundheitsorganisation ausdrücklich keine Krankheit, sondern ein Phänomen, das im Zusammenhang mit Arbeit auftritt.


Der Begriff geht auf den Psychoanalytiker Herbert Freudenberger zurück, der ihn 1974 erstmals beschrieb - zunächst für Menschen in helfenden Berufen, die sich für andere aufgerieben hatten. Von dort aus hat er eine bemerkenswerte Karriere gemacht, bis in den Smalltalk hinein.

Was die WHO tatsächlich sagt

In der aktuellen internationalen Klassifikation ICD-11 steht Burnout unter dem Code QD85. Entscheidend ist, in welchem Kapitel: nämlich unter „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen". Das ist der Abschnitt für Gründe, aus denen Menschen medizinische Hilfe aufsuchen - nicht der Abschnitt für Krankheiten.


Die WHO beschreibt drei Dimensionen:


  • ein Gefühl von Erschöpfung und Energieverlust

  • zunehmende mentale Distanz zur eigenen Arbeit, oft verbunden mit Zynismus

  • das Erleben verminderter beruflicher Wirksamkeit


Wichtig ist eine Einschränkung, die häufig übersehen wird: Die WHO bezieht den Begriff ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Er soll nicht dafür verwendet werden, Erschöpfung in anderen Lebensbereichen zu beschreiben. Für Menschen, die sich in der Pflege von Angehörigen aufreiben, existiert eine eigene Kategorie.


Auch in der noch älteren Klassifikation ICD-10, die in Österreich weiterhin abrechnungsrelevant ist, taucht Burnout auf - unter Z73.0. Ebenfalls kein Krankheitscode.


Eine Praxisfolge, die kaum jemand benennt


Daraus ergibt sich etwas, das viel Verwirrung erklärt: Weil Burnout keine abrechenbare Diagnose ist, wird in der Praxis auf andere Codes ausgewichen. Häufig auf eine depressive Episode oder eine Anpassungsstörung.


Das heißt: Ein Mensch kann mit dem Erleben eines Burnouts zur Ärztin gehen und mit einer Depressionsdiagnose herauskommen - nicht weil sich das Erleben verändert hätte, sondern weil das System einen Code braucht. Dieser Punkt wird weiter unten noch wichtig.


Daneben kursieren verwandte Begriffe, die Ähnliches meinen: Erschöpfungssyndrom, Überlastungssyndrom, Erschöpfungszustand. Keiner davon ist trennscharf definiert.


Dass Burnout keine Krankheit ist, bedeutet übrigens nicht, dass es nicht existiert oder harmlos wäre. Es bedeutet etwas anderes - und ich finde: etwas Entlastendes. Die Ursache wird nicht allein in Ihnen gesucht.


Burnout Ursachen: Warum Erschöpfung nicht nur eine Frage der Persönlichkeit ist


Wenn Sie im Netz nach Burnout-Ursachen suchen, finden Sie erstaunlich schnell Listen mit Persönlichkeitsmerkmalen. Perfektionismus. Zu hohe Ansprüche. Nicht Nein sagen können. Diese Faktoren gibt es - aber sie sind nicht die ganze Geschichte, und sie an den Anfang zu stellen ist durchaus problematisch: Ein gesellschaftliches Problem wird individualisiert, d. h. es wird so getan, als wäre es die Verantwortung einer Person, ob sie ein Burnout bekommt oder nicht.


Dabei entsteht Erschöpfung auf mindestens drei Ebenen.


Die individuelle Ebene


Ja, es gibt Menschen, die sich schwerer abgrenzen als andere. Die hohe Maßstäbe an sich anlegen, die viel investieren, die Anerkennung brauchen und weitermachen, obwohl der Körper längst Signale sendet.


Als personzentriert arbeitende Beraterin lese ich das anders als eine Liste dysfunktionaler Denkmuster. Denn was Sie heute erschöpft, war früher eine Anpassungsleistung: eine Art, Zugehörigkeit oder Sicherheit zu erlangen, die in einer bestimmten Lebensphase funktioniert hat. Sie sind nicht “falsch programmiert”: Sie haben etwas gelernt, das vielleicht lange funktioniert hat und jetzt zu viel geworden ist.


Die betriebliche Ebene


Hier liegt der Teil, der in vielen Ratgebern erstaunlich kurz ausfällt. Arbeitsverdichtung. Unklare Zuständigkeiten. Fehlende Mitsprache. Dauerhafter Personalmangel. Umstrukturierungen. Konflikte, die niemand moderiert.


Die Arbeiterkammer beschreibt einen Mechanismus, der mir in Gesprächen immer wieder begegnet: eine Schieflage zwischen dem, was jemand investiert, und dem, was zurückkommt - an Gehalt, an Sicherheit, an Wertschätzung. In der Forschung heißt das Gratifikationskrise. Im Alltag klingt es meistens so: „Ich gebe alles, und es kommt nichts zurück."


Ein Zwischenschritt, den viele kennen, ist die innere Kündigung: Man ist noch da, funktioniert noch, hat sich aber innerlich verabschiedet. Das ist kein persönliches Versagen. Es ist oft der letzte Selbstschutz, der noch möglich ist.


Und noch etwas gehört hierher: Psychisch gesunde Arbeitsgestaltung ist in Österreich keine freundliche Geste von Arbeitgeber:innen, sondern gesetzlich vorgesehen. Belastungen zu erheben und zu reduzieren, gehört zur Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers!


Die gesellschaftliche Ebene


Darüber liegt eine dritte Schicht: ständige Erreichbarkeit, Leistungsnormen, die Erwartung, dass Arbeit auch noch sinnstiftend zu sein hat.


Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften fordern seit Langem, Burnout als Berufskrankheit anzuerkennen – bislang ohne Erfolg. Diese Forderung macht einen grundlegenden Widerspruch sichtbar: Wenn die Ursachen von Burnout laut WHO im beruflichen Kontext liegen, warum richtet sich der Blick dann fast ausschließlich auf die einzelne Person und ihre Behandlung?


Was das für Sie bedeutet


Wenn Sie erschöpft sind, haben Sie nicht versagt. Sie sind nicht zu schwach und nicht zu empfindlich. Erschöpfung entsteht im Verhältnis zwischen einem Menschen und den Bedingungen, unter denen er arbeitet - und Verhältnisse haben immer zwei Seiten.


Das ist allerdings keine Einladung, die Hände in den Schoß zu legen. Auf die Verhältnisse haben Sie meist nur begrenzt Einfluss. Auf Ihren Umgang damit, auf Ihre Grenzen, auf die Frage, ob Sie am richtigen Ort sind, schon eher. Manchmal ist die ehrlichste Antwort auf anhaltende Erschöpfung tatsächlich eine berufliche Neuorientierung - nicht als Flucht, sondern als Konsequenz.


Burnout Symptome: Woran sich Erschöpfung zeigt

Die meisten Burnout-Symptome sind unspezifisch. Sie treten auch bei ganz anderen Zuständen auf. Eine Liste abzuhaken ersetzt keine Abklärung - und kann in beide Richtungen in die Irre führen: Sie kann beunruhigen, wo kein Anlass besteht, und beruhigen, wo einer bestehen würde.


Lesen Sie das Folgende also bitte als Orientierung, nicht als Test.


Emotionale und mentale Anzeichen


  • Erschöpfung, die sich durch Erholung nicht mehr auflöst. Das ist das Kernmerkmal: Wochenende, Urlaub, Schlaf - nichts davon wirkt noch richtig

  • Emotionale Erschöpfung, also das Gefühl, innerlich leer zu sein und niemandem mehr etwas geben zu können

  • Zunehmender Zynismus und innere Distanz, auch gegenüber Menschen, die einem wichtig sind

  • Das Gefühl, nichts mehr zu bewirken, egal wie viel man tut

  • Konzentrationsprobleme, Entscheidungen fallen unverhältnismäßig schwer

  • Reizbarkeit - häufig das, was dem Umfeld als Erstes auffällt, lange bevor Betroffene selbst etwas bemerken


Körperliche Symptome


  • Schlafstörungen, oft das früheste Signal: frühes Erwachen oder Einschlafprobleme

  • Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen

  • Magen-Darm-Beschwerden

  • Erhöhte Infektanfälligkeit

  • Engegefühl in der Brust, Schwindel, Tinnitus


Ein Hinweis, der ernst gemeint ist und nicht als Formalie dasteht: Diese Beschwerden können viele andere Ursachen haben. Eine Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel, ein unbemerkter chronischer Infekt. Eine organische Abklärung gehört deshalb an den Anfang des Weges, nicht ans Ende.


Frühwarnzeichen im Verhalten


Manches zeigt sich lange, bevor es sich als Symptom anfühlt:


  • Das Gefühl, unentbehrlich zu sein

  • Nicht Nein sagen können, unbezahlte Mehrarbeit als Normalzustand

  • Rückzug aus privaten Kontakten, weil die Kraft für Menschen nicht mehr reicht

  • Fluchtfantasien - der Tagtraum vom Aussteigen, vom Verschwinden

  • Verändertes Essverhalten, mehr Alkohol, mehr Tabletten


Wenn Sie sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennen, heißt das nicht, dass Sie ein “Burnout haben". Es heißt zunächst, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen.


Burnout Phasen: Wie sich Erschöpfung entwickelt


Das bekannteste Modell stammt von Herbert Freudenberger und Gail North und beschreibt zwölf Phasen. Sie finden es überall.


Bevor ich es zusammenfasse, eine kritische Einordnung, die in den meisten Darstellungen fehlt: Phasenmodelle sind Beschreibungen aus der Praxiserfahrung, keine empirisch geprüften Verläufe. Sie helfen beim Verstehen und Sortieren. Sie sind kein Diagnoseinstrument, und niemand kann Ihnen anhand eines solchen Modells sagen, „wo Sie stehen".


Vereinfacht lassen sich vier Bewegungen beschreiben:


1. Übersteigertes Engagement. Hoher Einsatz, oft aus echter Begeisterung. Eigene Bedürfnisse treten zurück, Pausen wirken wie Zeitverschwendung.


2. Reduktion und Rückzug. Die Begeisterung kippt in Enttäuschung. Zynismus wächst, private Kontakte werden weniger, die Arbeit wird zur Pflichterfüllung.


3. Anhaltende Erschöpfung. Körperliche Symptome verfestigen sich. Die Leistungsfähigkeit sinkt spürbar, was oft mit noch mehr Anstrengung kompensiert wird.


4. Zusammenbruch oder Verfestigung. Handlungsunfähigkeit, tiefe Erschöpfung, häufig eine depressive Entwicklung bis hin zu Gedächtnisverlust oder Wortfindungsstörungen


Was mir dabei wichtig ist: Der Verlauf ist nicht linear. Menschen springen zwischen Phasen, überspringen welche, verharren jahrelang in einer einzigen. Manche kippen sehr schnell, andere gar nicht.


Und: Genau am Übergang von der dritten zur vierten Bewegung wird die Abgrenzung zur Depression schwierig. Damit sind wir bei der Frage, die viele Menschen wirklich beschäftigt.


Unterschied Burnout und Depression: Wo die Grenze verläuft - und warum sie unscharf ist


Was sich überschneidet


Sehr viel: Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, sozialer Rückzug, Freudlosigkeit - all das gehört zu beiden Bildern.


Ein stark ausgeprägtes Burnout ist vom Vollbild einer Depression praktisch nicht zu unterscheiden. Wer Ihnen eine saubere Trennung verspricht, vereinfacht.


Wo Fachleute unterscheiden


Trotzdem gibt es wertvolle Versuche, zu differenzieren:



Burnout

Depression

Kontext

bezieht sich laut WHO auf die Arbeit

erfasst typischerweise alle Lebensbereiche

Grübelinhalte

kreisen um Leistung und Beruf

umfassen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Vorherrschender Affekt

eher Ärger, Anspannung, Gereiztheit

eher Trauer, Niedergeschlagenheit, Leere

Selbstbild

bleibt oft grundsätzlich erhalten

Wertlosigkeitsgefühle und Schuld sind typisch

Einordnung

kein Krankheitsbild (ICD-11: QD85)

anerkannte Erkrankung mit Diagnosekriterien


Diese Tabelle beschreibt Tendenzen. Sie beschreibt keine trennscharfe Grenze.


Warum die Abgrenzung trotzdem nicht sauber gelingt


Und hier wird es interessant. Die Fachliteratur ist sich nämlich uneinig, was Burnout überhaupt ist. Diskutiert wird, ob es sich handelt um:


  • ein eigenständiges Phänomen

  • eine Vorstufe der Depression

  • eine Begleiterscheinung einer Depression

  • eine Form der Neurasthenie

  • ein chronisches Erschöpfungssyndrom

  • eine Anpassungsstörung


Das ist keine Randnotiz, sondern der Stand der Dinge. Es existieren keine allgemein anerkannten Diagnosekriterien für Burnout. Und selbst das bekannteste Messinstrument, das Maslach Burnout Inventory, ist klinisch nicht validiert - es wird viel verwendet, aber es diagnostiziert nichts.


Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie beschreibt Burnout deshalb als Risikozustand: als eine Situation, aus der sich Erkrankungen wie eine Depression oder eine Angststörung entwickeln können. Nicht als Krankheit, aber auch nicht als Bagatelle.


In der Praxis hat sich für den Graubereich dazwischen ein eigener Begriff eingebürgert: Erschöpfungsdepression. Er beschreibt gut, was viele Menschen erleben - und ist zugleich ein Eingeständnis, dass die saubere Trennung nicht funktioniert.


Wer trägt die Verantwortung?


Nach zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen bin ich überzeugt: Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Begriffen liegt gar nicht in den Symptomen. Er liegt in der Erzählung über die Ursache.


„Burnout" zeigt nach außen. Auf Arbeitsmenge, auf Führung, auf Bedingungen. „Depression" wird üblicherweise in der Person verortet, als etwas, das jemand hat.


Das hat Folgen in beide Richtungen, und ich möchte beide benennen:


Burnout wird teils als Ausweichbegriff verwendet, um das Stigma der Depression zu vermeiden. Das ist menschlich verständlich - und riskant. Denn wenn eine behandlungsbedürftige Depression als „nur ein Burnout" gedeutet wird, bleibt Behandlung aus, die helfen würde.


Umgekehrt kann eine Depressionsdiagnose dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen aus dem Blick geraten, die den Zustand mit hervorgebracht haben. Dann wird an einem Menschen gearbeitet, während die Verhältnisse unverändert weiterlaufen - und in dieselben Verhältnisse zurückkehrt, wer sich mühsam stabilisiert hat.


Das Etikett ist also nicht neutral. Es entscheidet mit darüber, wo nach Lösungen gesucht wird: in der Person oder in ihren Verhältnissen. Meist müsste man an beiden Orten suchen.


Zu meiner Rolle: Als psychologische Beraterin diagnostiziere ich nicht. Was ich anbiete, ist ein Raum, in dem vieles Platz hat: Ihr Erleben der belastenden Situation, die Reflexion der Bedingungen, unter denen sie entstanden ist, sowie die Neuorientierung.


Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist


Eine brauchbare Faustregel statt Alarmstimmung: Wenn die Erschöpfung mehrere Wochen anhält und sich durch normale Erholung nicht mehr auflöst, ist eine Abklärung sinnvoll. Nicht erst beim Zusammenbruch.


Der Weg führt in der Regel über die Hausärztin oder den Hausarzt - auch, um organische Ursachen auszuschließen (Schilddrüse, Blutbild, Eisenwerte). Für die weitere Einordnung sind Fachärzt:innen für Psychiatrie oder Psychotherapeut:innen zuständig.


Beratung und Coaching können daneben viel leisten: Orientierung, Entlastung, das Sortieren der eigenen Situation, die Klärung der Frage, was sich an den Bedingungen ändern lässt und was nicht. Was Beratung nicht leistet: eine Diagnose stellen, krankschreiben oder eine depressive Erkrankung behandeln.


Wenn es akut ist


Wenn Sie sich anhaltend hoffnungslos fühlen oder Gedanken haben, nicht mehr leben zu wollen, warten Sie bitte nicht auf einen Termin. Hilfe gibt es sofort und kostenlos:


  • Telefonseelsorge Österreich: 142 - rund um die Uhr, kostenlos, anonym

  • Sozialpsychiatrischer Notdienst Wien: 01 313 30 - rund um die Uhr

  • Kriseninterventionszentrum Wien: 01 406 95 95 - Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr

  • In akuten Notfällen: 144


Zur häufigen Frage nach der Dauer: Die Verläufe sind sehr unterschiedlich, und seriöse Pauschalangaben gibt es nicht. Was den Verlauf positiv beeinflusst, ist gut belegt: wie früh gegengesteuert wird - und ob sich an den auslösenden Bedingungen etwas ändert.


Sie müssen das nicht allein sortieren


Erschöpfung lässt sich selten durch Nachdenken auflösen. Meistens hilft es, sie mit jemandem zu ordnen, der zuhört, ohne gleich zu urteilen.


Meine Arbeitsweise ist personzentriert. Das heißt: Sie sind Expert:in für Ihr Leben und ich stelle einen Raum zur Verfügung, in dem Ihre Ressourcen wieder zugänglich werden können. Ich versuche, Ihr Thema/Ihr Problem in Ihrem speziellen Lebenskontext zu betrachten und mit Ihnen gemeinsam Lösungswege zu entwickeln.


Wenn Sie wollen, lernen wir uns in einem kostenfreien Erstgespräch kennen. Sie müssen vorher nicht wissen, was Ihnen fehlt. Mehr zu meinem Angebot bei Erschöpfung finden Sie auf der Seite zur Burnout-Beratung, Informationen zu Ablauf und Kosten hier.





Häufige Fragen zu Burnout (FAQ)


Welche Anzeichen deuten auf ein Burnout hin?

Typisch sind eine anhaltende Erschöpfung, die sich durch Erholung nicht mehr auflöst, eine wachsende innere Distanz zur Arbeit samt Zynismus und das Gefühl, kaum noch etwas zu bewirken. Häufig kommen Schlafstörungen und Reizbarkeit dazu. Wichtig: Diese Anzeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben.


In welchen Phasen verläuft ein Burnout?

Das bekannteste Modell nach Freudenberger und North beschreibt zwölf Phasen, vereinfacht lassen sich vier Bewegungen erkennen: übersteigertes Engagement, Rückzug und Zynismus, anhaltende Erschöpfung, schließlich Zusammenbruch oder Verfestigung. Diese Modelle sind Erfahrungsbeschreibungen, keine geprüften Verläufe - und keine Diagnoseinstrumente.


Wie verändert sich das Verhalten bei einem Burnout?

Von außen fällt meist zuerst die Reizbarkeit auf, dazu Rückzug aus privaten Kontakten, nachlassende Freundlichkeit und wachsender Zynismus. Wenn Sie das bei einem Menschen beobachten, der Ihnen nahesteht: Vorwürfe helfen selten. Hilfreicher ist die schlichte Beobachtung zu teilen, dass Sie eine Veränderung wahrnehmen - und Sorge haben.


Wie lange dauert es, sich von einem Burnout zu erholen?

Das lässt sich nicht seriös pauschal beantworten. Die Verläufe reichen von einigen Monaten bis zu deutlich längeren Zeiträumen. Entscheidend sind zwei Faktoren: wie früh gegengesteuert wird und ob sich an den auslösenden Bedingungen etwas ändert. Erholung allein, ohne Veränderung der Umstände, trägt erfahrungsgemäß nicht weit.


Ist Arbeiten mit einem Burnout möglich?

Viele Menschen arbeiten sehr lange weiter - oft länger, als ihnen guttut. Ob das möglich ist, hängt von der Ausprägung ab. Der kritische Punkt: Weiterarbeiten unter unveränderten Bedingungen verlängert den Zustand in der Regel. Zu arbeitsrechtlichen Fragen und zum Krankenstand berät die Arbeiterkammer kompetent und kostenlos.


Ist Burnout dasselbe wie eine Depression?

Nein - aber die Grenze ist unscharf, und die Forschung hat sie nicht abschließend geklärt. Diskutiert wird, ob Burnout ein eigenständiges Phänomen, eine Vorstufe oder eine Begleiterscheinung der Depression ist. Ein stark ausgeprägtes Burnout ist vom Vollbild einer Depression kaum zu unterscheiden. Mehr dazu im Abschnitt zur Abgrenzung weiter oben.






 
 
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